Warum es Mykotop gibt
Weil die Frage „wo sollen wir heute hin?“ jedes Jahr aufs Neue mit einem Achselzucken beantwortet wurde – und weil die Daten, die sie beantworten könnten, längst öffentlich sind.
Aus dem Sauerland heraus gedacht
Angefangen hat alles mit Nordrhein-Westfalen und dem Sauerland: einer Gegend mit Fichte, Buche, Hanglagen und sehr unterschiedlichen Böden, in der zwei benachbarte Waldstücke völlig verschieden ausfallen können. Wer dort sammelt, lernt schnell, dass es nicht am Glück liegt, sondern am Standort.
Die Bedingungen, die diesen Unterschied ausmachen, sind vermessen: Der Deutsche Wetterdienst modelliert Bodenfeuchte und Witterung, Forschungseinrichtungen kartieren die Baumarten aus Satellitendaten, Bodenkundler modellieren den pH-Wert, die Vermessung liefert das Gelände. Was fehlte, war jemand, der diese Schichten zusammenlegt und für Pilzarten gewichtet. Genau das tut Mykotop – inzwischen für ganz Deutschland.
Ein Projekt, eine Person
Hinter Mykotop steht Niklas Kaluza aus Dortmund. Neben dem Studium entstanden die Datenkette, die Bewertung, die iOS-App und die Android-Fassung – ohne Team, ohne Investoren, mit vielen Abenden am Rechner und einigen Stichproben im Wald.
Das bringt Grenzen mit sich: Antworten dauern manchmal, und nicht jeder Wunsch lässt sich sofort umsetzen. Es bringt aber auch Freiheit. Es gibt niemanden, der verlangt, dass die App mehr verspricht, als sie halten kann.
Grundsätze
Vier Regeln, an denen sich jede Entscheidung im Projekt messen lassen muss.
Nur belegte Aussagen
Jede Bewertungskurve hat eine benannte Quelle. Wo eine Annahme aus fachlichem Urteil stammt, ist sie in der App als solche gekennzeichnet und wird nicht als Messwert ausgegeben.
Offengelegte Datenlage
Datensätze, Auflösung, Lizenzen und Pflichtvermerke stehen in der App und im Impressum. Wer nachrechnen will, weiß, womit.
Keine Fundversprechen
Mykotop bewertet Bedingungen. Eine Fundgarantie, eine Trefferquote oder eine Wahrscheinlichkeit wird bewusst nirgends behauptet.
Sicherheit vor Begeisterung
Der Hinweis auf sichere Bestimmung steht in der App an jeder Artbeschreibung – samt Weg zu den Pilzsachverständigen der DGfM.
Mitreden
Rückmeldungen aus dem Wald verbessern die Gewichtung schneller als jede weitere Datenquelle. Wenn eine Fläche in deiner Gegend falsch eingestuft wirkt, schreib es – am besten mit Ort, Datum und dem, was du dort vorgefunden hast.
Anbieter
Niklas Kaluza
Tannenstraße 47
44225 Dortmund
niklas.kaluza@gmx.de